Sehr geehrter Herr Präsident Makowka,
sehr geehrte Mitglieder der Vereinigung der Juristen aus der Bundesrepublik Deutschland und der Republik China (Taiwan),
meine Damen und Herren,
es ist mir eine große Freude, die Kollegen und Freunde bei der Vereinigung der Juristen aus der Bundesrepublik Deutschland und der Republik China (Taiwan) begrüßen zu dürfen. Die am 14.September 1990 gegründete deutsch-taiwanesische Juristenvereinigung hat unsere Freundschaft begründet und vertieft. Dank der großen Bemühungen von Präsidenten Dr. Makowka und Mitgliedern der Vereinigung bestehen Möglichkeiten, die vielfältigen und erfreulichen Kontakte zwischen beiden Ländern zu vertiefen. Insbesonders verstärkt der seit langem bestehende Freundschaftsvertrag zwischen dem Landgericht Taipeh und dem Landgericht Hamburg die Möglichkeit, regelmäßige Fortbildungsreisen beider Seiten durchzuführen. In diesem Zusammenhang freue ich mich vor allem, heute eine Juristendelegation aus dem Justiz-Yuan und dem Landgericht Taipeh hierher zu Besuch kommen lassen zu können.
In den vergangenen 15 Jahren haben sich die Beziehungen zwischen unseren Ländern in vielfältiger Hinsicht sehr positiv weiter entwickelt. Dies ist kein Wunder, denn die wechselseitige Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen hat die Vertiefung der Erkenntnisse beider Rechtsordnungen notwendig gemacht. Inzwischen hat die Anzahl der in Deutschland promovierten taiwanesischen Juristen, die bei der Vertiefung unserer Freundschaft eine wichtige Rolle gespielt haben, deutlich zugenommen. Neben diesen gegenseitigen Besuchen und Kontakten ist der Präsident des Landgerichts Hamburg, Herr Öhlrich, vor 2 Jahren eingeladen worden, bei uns einen Vortrag über das Dienstrecht für Richter in der Bundesrepublik Deutschland zu halten. Desweiteren hat der ehemalige Richter am Verfassungsgerichtshof Prof. Dr. Tong-Hsiung Tai bei dem 10-jährigen Jubiläum unserer Vereinigung einen Vortrag gehalten und ihm ist im letzten Jahr als erstem Taiwanesen das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen worden. All diese sehr anregenden Ereignisse sind eine sehr positive Ermutigung für all diejenigen, die regen Anteil an dem akademischen und kulturellen Austausch zwischen Taiwan und Deutschland nehmen.
Ich erinnere daran, dass der renommierte Universalgelehrte und ehemalige Philosoph an der Universität Hamburg Professor Carl Freidrich von Weizsäcker eine tolerante und komplementäre Idee in Bezug auf die Einheit der Natur und der Weltordnung befürwortet hat. Auf der anderen Seite ermutigt ebenso die Hamburger Rechtswissenschaftler Zweigert und Kötz eine international betriebene Rechtsvergleichung, denn sie würde der Verständigung zwischen Juristen verschiedener Länder dienen, also einer Verständigung, die frei sein muss von Missverständnissen, die sich aus Vorurteilen, Befangenheit und unterschiedlichen Terminologien der verschiedenen Rechtssysteme ergeben können.
Meine Damen und Herren,
die regelmäßigen Fortbildungsreisen zwischen unseren Ländern, die die Vereinigung gefördert hat, haben zu einer umfangreichen Verständigung wesentlich beigetragen. Die wechselseitigen Kenntnisse über die komplementären Denkweisen unserer Länder werden einem regen Interessenaustausch und dem Wohlstand beider Länder dienen. Dies ist genau das, was diese Vereinigung anstrebt und dieses Streben hat bereits zu erheblichen Erfolgen geführt. In diesem Sinne darf ich meine große Bewunderung und herzliche Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Zum Schluß hoffe ich sehr darauf, dass unsere ständigen Kontakte zur ewigen Freundschaft führen könnten.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.